Too Good To Go – Behind the Scenes

Werbung, unbeauftragt
Dieser Aufkleber hängt an der Eingangstür der REWE Filiale in Sankt Augustin, in der ich arbeite. Denn seit gut einem Monat machen wir auch tatkräftig bei der App Too Good To Go mit und es läuft richtig gut!
Letztens hatten euch Daniela und Carla die App aus Kundensicht gezeigt und heute bin ich dran, euch einmal mit hinter die Kulissen eines teilnehmenden Betriebs zu nehmen.

Ich hatte meinen Chef vor etwa einem Monat darauf aufmerksam gemacht, dass es diese App gibt, da ich sie selber nutze und das Konzept dahinter total genial finde. Da wir in unserem Betrieb darauf achten, dass Lebensmittelverschwendung so gut es eben geht vermieden wird, geben wir unsere „unschönen“ und kurz vor dem MHD stehenden Lebensmittel an die Tafel. Allerdings nehmen die Freiwilligen nicht alles mit – wie zum Beispiel die Tiefkühlware, weil sie keinen Tiefkühltransporter haben – und kommen auch nicht jeden Tag, weswegen doch einiges im Müll landen müsste.
Nachdem ich also selber schon fleißig Nutzer der App war und meinem Chef ein paar Dinge dazu sagen konnte, ist er mit den Menschen von Too Good To Go in Verbindung getreten und keine Woche später kam er auf mich zu und sagte: „Frau Cardeneo, ich hätte gerne ab jetzt montags, mittwochs und freitags drei Tiefkühltaschen von Ihnen.“ Ich musste von einem Ohr zum anderen Grinsen, weil ich sofort wusste, dass wir nun bei der App mitmachen würden.

Wir sind auch gleich mit vier Abteilungen an den Start gegangen:
Tiefkühl (meine Abteilung: kurz TKK)
Obst und Gemüse (kurz: O&G)
Kühltheke (kurz MoPro: Käse, Wurst, Milch etc.)
und mit einer Überraschungstüte, in der sich Waren aus dem Laden befinden, die in keine der obigen Kategorien passen, wie zum Beispiel Mehl, Taschentücher, Tees etc.

Genauso benutzerfreundlich, wie die App für Kunden ist, ist sie auch für uns. Die folgenden Bilder sind Screenshots aus der TKK-Storeseite, aber ich habe auch Zugang zu allen anderen Abteilungen. Hierbei gibt es auch schon den ersten kleinen Haken. Jede Abteilung muss mit einer eigenen Adresse eingeloggt werden. Man hat nicht jede Abteilung auf einem Blick, sondern muss sich immer wieder aus der einen Übersicht ausloggen, damit man in die nächste kommen kann. Ist jetzt natürlich kein Beinbruch, aber eben ein kleiner Mangel, der zu erwähnen ist.

In dem Store selber können wir dann allmögliches einstellen: Abholtag und –uhrzeit, genauso wie wieviele Portionen wir an welchem Tag anbieten. Man kann auch einstellen, wann der Laden außer planmäßig geschlossen ist (Feiertage z. B.) und hat auch eine Übersicht über die Bestellungen. Sollte eine Bestellung storniert werden, wird einem das auch sofort in der Bestellungsübersicht angezeigt. Wir selber können Bestellungen auch stornieren, wenn wir zum Beispiel mal keine Ware haben, die gerettet werden muss.

Ein weiterer Punkt ist die Bewertung. Zwar bekommen wir keine schriftlichen Bewertungen, aber unter den drei Kriterien können wir sehen, wie viele Sterne wir bekommen haben und können uns somit danach richten, um uns zu verbessern.

Hierzu muss ich auch grade mal eine Kleinigkeit loswerden. Ich habe in einer anderen Abteilung gesehen, dass die Größe der Portion massiv bemängelt wurde. Wir haben einen Warenwert, mit dem wir die Tüten packen. Diesen Betrag sieht der Kunde, wenn er auf die Tüte klickt, die er kaufen will, zusammen mit dem Betrag, den er am Ende zahlt. In meiner Abteilung beträgt der Warenwert zehn Euro, bei den anderen sieben Euro. Ich bemühe mich, die Tüten abwechslungsreich zu packen, d. h. eben nicht nur Eis am Stiel oder nur Pizza. Meistens klappt das auch ganz gut und die Tüte ist gut gefüllt. Ab und an kann es aber schon mal sein, dass eine Packung Lachsfilet dabei ist, die bei der Lieferung einen Riss in der Verpackung hat und deswegen nicht verkauft werden kann. Also…“kann“ schon, es kauft sie nur erfahrungsgemäß keiner. Wenn es nicht grade der Lachs unserer Discountmarke ist, kostet alleine schon das Lachsfilet zwischen sechs und acht Euro. Bei einem Rahmen von zehn Euro kann da leider nicht mehr allzu viel rein. Ich drück dann schon gerne mal ein Auge zu und überschreite den Betrag ein wenig, damit der Kunde dann eben nicht nur mit zwei Sachen in der Tüte geht, aber ich kann auch nicht hexen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Menschen vergessen, was Lebensmittel für einen Wert haben und dass Qualität eben nicht gleich Quantität sein kann. Ich könnte mich da Stunden drüber aufregen, aber das ist nicht der Sinn dieses Beitrags.

Neben den Bewertungen können wir auch eine Statistik einsehen, an welchem Tag am meisten Tüten verkauft wurden und auch, wie viele Tüten in der Abteilung insgesamt rausgegangen sind.

Aktueller Stand: Wir haben schon 166 gerettete Portionen aus den vier Abteilungen vorzuweisen.
Von Too Good To Go gab es auch eine Mail zum Meilenstein von 25 Tüten in der TKK (bei den anderen sicher auch, aber die wurden mir nicht weitergeleitet) zusammen mit einer Übersicht, wie viel Co2 wir damit eingespart haben. Ich finde diese Aufmerksamkeit klasse, das pusht einen noch einmal!

Wir können auch die Rechnungen einsehen, allerdings stehen dort keine Kundendaten drin, sondern lediglich nur die Buchungsnummern und die Mengen, die bestellt wurden. Monatlich bekommen wir über Mail und das Portal selber eine Rechnung, den Geldbetrag allerdings nur im Quartal. Vielleicht bessert sich das noch, denn mir erschließt sich nicht ganz, wieso das Geld nur alle drei Monate überwiesen wird, aber die Rechnung jeden Monat zugestellt wird. Aber das ist auch wieder nur ein kleiner Meckerfaktor, nichts Weltbewegendes.

Kurz um: Auch für Betriebe ist die App sehr leicht und schnell zu verstehen und gibt eigentlich niemanden mehr einen Grund, Essen einfach wegzuschmeißen.


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