Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?

Mitte März war ich auf der Amonlonder Akademie. Allerdings nicht als Spieler, sondern ich war Mitorga. Ich war für die NSC-Koordination verantwortlich und habe das Auf- und Abbauteam betreut. Da die Con sehr familienfreundlich ist, sind auch viele Kinder anwesend und es hat sich ergeben, dass es für die Kleinsten einen eigenen Plot gibt, denn die Vorlesungen sind für sie eher uninteressant. Auf dem Gelände gibt es eine große Wiese mit Klettergerüst und Sandkasten, auf und in dem sich die Kids austoben können und die angrenzende Turnhalle mitsamt Geräten steht den Kindern offen, aber auch die Minis finden es ziemlich cool, wenn sie von ihren eigenen Abenteuern erzählen können.
Letztes Jahr mussten die Kinder verschiedene Gegenstände suchen und basteln, um sie dem Geist der Kreativität zu bringen (links auf dem Bild). Die Queste haben sie erfolgreich ausgeführt und dem Geist somit ermöglicht für alle sichtbar zu werden. Nun lebt der Geist – jetzt Fantasie genannt – in der Akademie und erfreut sich über die schönen Dinge. Als Fortführung dieses Plots haben wir uns zusammengesetzt und einen Gegenspieler erfunden, gegen den die Kinder spielerisch und kreativ antreten mussten. Einfachhaltshalber nannten wir ihn den “Schwarzen Mann” oder auch “Ödnis”. Auch er wollte für alle sichtbar werden und versuchte alles, um Fantasie wieder in die Vergessenheit abzuschieben. Er stellte den Kindern Aufgaben, die sie erfüllen mussten. Wenn sie gewannen, bekamen sie eine bunte Filzrose für Fantasie. Wenn die Ödnis gewann, bekam er eine schwarze Rose. Würde er drei schwarze Rosen sammeln, hätten die Kinder verloren und Fantasie würde wieder verschwinden. Auch, wenn es sehr knapp war, haben die Kinder den Schwarzen Mann besiegen können und somit Fantasie den Platz in unserer Welt gesichert. Das war grob das, was auf der Con passiert ist. Um den Schwarzen Mann so gegensätzlich und unsympathisch wie möglich zu machen, habe ich ihm einen Mantel aus grauem Leinen, dunklen Stoffresten und schwarzer Wolle genäht.

Wie man sehen kann, habe ich die Nähte nicht versäubert. Das war volle Absicht! Ich habe mir zwar selber sagen müssen, dass das so sein soll, weil ich es immer ordentlich machen wollte, aber am Ende war auch ich zufrieden mit dem Flickwerk. Es sollte zusammengeschustert und lieblos aussehen und ich finde, das ist mir gut gelungen.

Um das Outfit so fies wie möglich aussehen zu lassen, habe ich dem NSC gesagt, er soll schwarze Kleidung unter dem Mantel tragen. Ich habe ihm die Haare mit Schaumfestiger und Haargel quasi zu Berge stehen lassen und habe mit Wasserschminke sein Gesicht und seine Hände so geschminkt, dass er für die Kinder klar als der “Böse” zu erkennen war. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es sogar etwas zu gut geklappt hatte. Als die Ödnis am Freitagabend die Kinder zum ersten Mal heimsuchte, war es im Raum sehr dunkel und eines der Minis hatte solche Angst, dass sie zu uns Erwachsenen kam und sich nicht mehr getraut hat, zu den anderen Kindern zu gehen. Wir haben dann die Situation schnell geklärt und danach war alles wieder gut. Natürlich haben die Kinder weiterhin mitgespielt und voller Elan die Ödnis davon abgehalten, in unsere Welt zu treten. Der NSC bekam am Ende sogar das beste Kompliment der Kinder: “Du warst SO fies und gemein!”

Da heute wieder ein Dienstag ist, landet dieser Beitrag auch beim Creadienstag!

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