Zucker

Heute mal ein Eintrag der etwas anderen Art. Ich wollte schon etwas länger darüber berichten aber irgendwie kam es nie dazu. Aber ich finde, dass es als Backzutat hier durchaus doch noch irgendwie rein passt. Im Gegensatz zu einigen anderen Texten, die noch folgen werden. Dank meiner Geocaching Leidenschaft komme ich häufiger mal an Orte, wo man sonst nicht so unbedingt gut hinkommt. Der Besuch in der Zuckerfabrik war schon am 30.11.2012.

Wie wird eigentlich Zucker hergestellt?

Nun ganz am Anfang ist die Rübe. Wenn man wie ich mal Gebiet rund um Euskirchen gewohnt hat, dann findet man im September/Oktober immer mehr Rübenhügel neben den Feldern und Rübenfahrzeuge auf den Straßen. Spätestens dann merkt man, dass die sogenannte Kampagne, der Vorgang von der Ernte bis zum fertigen Zucker, läuft.

Nachdem die Zuckerrüben geerntet wurden, werden sie in die Zuckerfabrik gefahren. Dort wird die Lieferung erst einmal grob gewaschen und verwogen, bevor sie dann auf den riesigen Rübenberg in der Fabrik geschüttet wird.

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Rüben am Eingangstor.
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Ab in die Wäsche.
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Wirklich viele Rüben.
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Noch mehr Rüben!

Von dort macht sich die Rübe dann auf die beschwerliche Reise Zucker zu werden. Der erste Schritt der Reise ist eine erneute Wäsche, bei der dann auch wirklich alle Reste von Erde, Blättern und sonstigen Fremdkörpern entfernt werden. Dann geht es über ein Fließband in die Schneidanlage.

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Rüben Waschstraße.
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Und rein gehts zum Schneiden.

In der Schneidanlage werden die Rüben zu winzigen kleinen Rüben Schnitzeln verarbeitet. Diese werden dann über ein Fließband zur Extraktion gebracht. Hier durften wir mal vom Fließband Schnitzel mopsen und probieren. Zuckerrüben schmecken gar nicht mal so schlecht, welche Überraschung bei dem Zuckergehalt!

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Viele Messerblöcke hintereinander zerkleinern die Rüben.
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Rübenschnitzel auf dem Fließband.
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Zwei kleine Rübenschnitzel zum Naschen.

Beim Extrahieren werden die Rübenschnitzel mit heißem Wasser übergossen und schwimmen in diesem eine Weile herum. Auf diese Weise entsteht der Rohsaft, der schon einen Zuckergehalt von 15% aufweist. Die Rübenschnitzel werden aufgefangen, getrocknet und können als Viehfutter verwendet werden. Weiter geht es mit dem Rohsaft. Leider sind in diesem auch noch ein paar andere Stoffe enthalten und von denen muss der Saft nun in der Filtration gereinigt werden.

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Rübenschnizel in heißem Wasser.
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Überschüsige Rübenschnitzel.

Der Rohsaft wird mit Kalkmilch vermischt, welche einen Teil der Fremdstoffe bindet. Ich gebe zu an dieser Stelle bin ich etwas unsicher, weil die Kalkmilch nicht alle Fremdstoffe bindet und ich nicht mehr genau weiß, was noch verwendet wurde. Auf jeden Fall wird das Rohsaft-Kalkmilch Gemisch dann in die Filteranlage geleitet. Hier wird der Saft durch mehrere unterschiedliche Filter geleitet und alle Unreinheiten werden rausgefiltert. Am ende dieses Vorgangs erhält man hellgelber Dünnsaft.

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Lecker Kalk-Milch Rohsaftmischung.
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Verschiedene Filteranlagen.

Als Nächstes wird der Dünnsaft bei starkem Unterdruck und niedriger Temperatur mit Hilfe von Dampf weiter konzentriert. Der Unterdruck und die niedrige Temperatur sind nötig, da der Zucker sonst anfangen würde zu karamellisieren. Nach dem Verdampfen liegt der Zuckeranteil bei 70% und das ganze nennt sich nun Dicksaft.

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Dünnsaft
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Dicksaft

Nun geht es für den Dicksaft in die Kochstation. Hier wird dem Dicksaft weiter Flüssigkeit entzogen, bis eine bestimmte Zuckerkonzentration erreicht wird. Im Anschluss daran werden der Flüssigkeit feine Zuckerkristalle zugeführt, die den Kristallisationsprozess auslösen. Der Flüssigkeit wird immer weiter Wasser entzogen, bis die Kristalle eine bestimmte Größe erreicht haben.

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Kochstationen

Der letzte Schritt in der Zuckerherstellung ist das Zentrifugieren. Hier werden die Zuckerkristalle von der Melasse getrennt.

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Zentrifugen nebeneinander
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Stehende Zentrifuge von oben.

So ich hoffe, dass ich euch etwas neues über Zucker erzählen konnte. Ich fand die Führung in der Zuckerfabrik jedenfalls nicht nur wegen des Goodietütchens am Ende super.

2 Comments Add yours

  1. Sehr interessanter Beitrag. V.a. die vielen Bilder dazu sind supi. Fast wie Doku-TV gucken 😀

    1. Freut mich, dass es dir gefallen hat! Ich hatte noch sehr viel mehr Fotos aber ich dachte irgendwann wirds auch zu viel.

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