Restezauber-Tour durch Berlin

Vergangenes Wochenende waren wir (Danny und Kiki) in Berlin. Wir hatten beim Restezauber-Wettbewerb mit dem Rezept Kartoffelsuppe mit Mais mitgemacht. Auch wenn wir beim eigentlichen Wettbewerb nicht gewonnen haben, konnten wir doch als Nachrücker zur Restezauber-Tour durch Berlin.

Samstag ging der Wecker für uns um 3:45, um dann mit der Bahn erst nach Köln und von dort mit dem ICE nach Berlin zu fahren. Da angekommen suchten wir unseren Weg durch den Berliner Hauptbahnhof zum Hotel, um erst mal das Gepäck loszuwerden. Denn für die Tour waren wir etwa eine Stunde zu früh. Aber bei Fahrten mit der DB plant man ja lieber etwas mehr Zeit ein. Blieb also noch genug Zeit für einen kurzen Ausflug zum Reichstag.

Danach ging es zurück zum Hotel. Wo wir auf die anderen Gewinner und Nachrücker trafen.
Jette war mit ihrer Begleitung Franzi dabei und beide haben jeweils einen eigenen Blog. Franzi bloggt über ihre Backkreationen und Jette bloggt darüber, was sie aus den Lebensmitteln macht, die sie von der Tafel bekommt.
Helene hatte über Instagram an dem Wettbewerb teilgenommen und ihre Freundin Anna mitgenommen.
Sindy hatte ebenfalls über Instagram teilgenommen und ihren Partner Peter mitgebracht.

Mit einem kleinen Lunchpaket von Sara Hermges, der Projektleiterin des #Restezaubers ging es ab in den Bus zur ersten Station des Tages: Dörrwerk. Dort führte uns Jonas Biber durch die wirklich sehr kleine Produktionsanlage und erklärte, wo das Obst und Gemüse herkommt, wie es verarbeitet wird und wie die Abläufe sind. Bei Dörrwerk wird nämlich gerettetes Obst und Gemüse verarbeitet. Sprich Obst und Gemüse haben kleine Schönheitsfehler und werden daher vom Handel nicht verkauft. Die Sachen kommen dann direkt vom Landwirt oder vom Großhandel. Aus Obst und Gemüse wird zuerst extern ein Püree gemacht, dass dann im Dörrwerk auf Bleche verteilt wird, bevor es dann für 12 Stunden getrocknet wird. Wenn es dann aus dem Trockner kommt, muss es schnell von den Blechen gelöst und verarbeitet werden, denn wenn die Masse auskühlt, wird sie sehr fest. Verpackt und abgewogen wird das Ganze dann auch noch von Hand.

Danny: Vom Dörrwerk hatte ich bis dahin noch nie gehört. Aber die Idee ist echt super. Das Einzige, was ich hier schade fand war, dass man nicht mal ein kleines Glas mit dem Püree zu sehen bekam oder einfach mal ein Blech wie es aus dem Ofen kommen würde. Ich meine, dass man nix produzieren kann, wenn man da so eine kleine Meute durchführt ist schon klar, zumal 12 Stunden trocknen ja nicht so das Nonplusultra der Spannung ist, aber ka so ein paar Beispiele wären super gewesen. Gerade auch für Fotos.

Kiki: Ich kannte dieses Startup auch nicht, aber ich bin völlig begeistert davon. Ich sehe selber in meinem Job, wie viel von Kunden abgegeben oder zurückgegeben wird, weil in dem Apfelkorb ein Apfel mit Druckstellen ist. Das summiert sich schnell und dass es jemanden gibt, der dieses Obst und auch Gemüse davor rettet weggeschmissen zu werden, unterstütze ich sehr. Meiner Meinung nach haben sie ihre Auszeichnungen redlich verdient!
Ich muss mich allerdings Danny anschließen, es war mehr theoretisch. Dafür haben wir Probierpakete bekommen, die noch getestet werden wollen. Wir haben Visitenkarten ausgetauscht und ich werde mal mit meinem Chef über diese Idee reden. Vielleicht haben wir ja bald ein neues Produkt im Sortiment.

Als Nächstes sind wir dann in das ehemalige Restaurant von Restlos Glücklich gefahren. Dort haben wir Leonie und Julia getroffen, die uns von dem Restaurant und ihren neuen Plänen erzählt haben. In dem Restaurant wurden viele Lebensmittel verarbeitet, die sie von Lebensmittelläden bekommen haben, da diese sie nicht mehr verkaufen konnten. Das Restaurant gibt es seit Oktober in der Art nicht mehr. Zum einen lag es daran, dass ihr Koch verstorben ist und sie keinen geeigneten Ersatz gefunden haben. Es ist nämlich gar nicht so einfach mal eben in kürzester Zeit ein Menü für zusammenzustellen und das war für einige zu viel oder auch “nicht kreativ” genug. Sie konzentrieren sich jetzt komplett auf die Aufklärung rund um das Thema Lebensmittelverschwendung und -rettung.

Kiki:  Ich weiß nicht so ganz, was ich davon halten soll. An sich finde ich die Idee wirklich klasse, allerdings machen sie in meinen Augen der Tafel damit Konkurrenz. Gut, ich weiß nicht, wie das in Berlin aussieht, aber bei uns in der Umgebung nimmt die Tafel händeringend jede Spende an. Es ist zwar schade, dass das Restaurant so nicht mehr existiert, aber ich finde es gut, dass sie sich nicht unterkriegen lassen und an Schulen Aufklärung betreiben. 

Danny: Ich fand es etwas schade, dass das Restaurant so nicht mehr existierte.

 

Den Abschluss bildete Isabelle Bleeser von Querfeld. Mit der ganzen Gruppe ging es ins Restaurant Hermann’s. Dort wird krummes Gemüse verwendet, um dessen Vermittlung sich Querfeld kümmert. Denn krumme Gurken oder zweibeinige Möhren werden im Lebensmittelhandel nicht verkauft und in der Gastronomie nicht verwendet, weil es zu viel Aufwand ist, sie zu verarbeiten. Sie landen dann entweder in der Biomasseproduktion, Tierfutter oder werden einfach vernichtet. Das Gemüse kommt z. B. aus Spanien mit dem LKW, aber auch aus Deutschland. Die Sortierung, was schön genug für den Einzelhandel ist und was nicht, erfolgt dann hier. Querfeld sorgt dann dafür, dass das Gemüse, das nicht hübsch genug für den Einzelhandel ist, an Restaurants vermittelt wird. Dort kommt das Gemüse einfach in den Topf und der Kunde sieht nicht mal, wie schön oder “hässlich” das Gemüse war.
Im Hermann’s werden die Gerichte auch auf Platten serviert, dass sich jeder einfach nehmen kann, was er möchte. So hat das Essen auch noch einen sozialen Aspekt. Wie lecker das dann ist, konnten wir vor Ort auch direkt testen.

Danny: Das ist eigentlich ein wirklich cooles Konzept. Zumal es ja wirklich vom Geschmack keinen unterscheid macht, ob die Gurke gerade oder krumm ist.

Kiki: Nachernte auch ein wichtiges Thema, wenn es um Lebensmittelrettung und -verschwendung geht. Ich erinner mich an meine Omas, die beide selber Gemüse angepflanzt haben und da war das wenigste gerade und hübsch. Aber gut, ich bin auch ein kleines Landei. Reine Stadtkinder, die noch nie eine echte Kuh gesehen haben, kennen heutzutage auch nur gerades und hübsches Obst und Gemüse. Dabei macht es geschmacklich keinen Unterschied und es ist auch genauso gesund. Einer der Köche hat uns auch erklärt, wie er mit dem krummen Gemüse vorgeht. “Die hässlichen Tomaten verarbeiten wir zu Soße, die hübschen kommen in den Salat.”
Wir bekamen zum Schluss jeder ein Glas Chutney, was aus krummem Gemüse hergestellt wurde und ich hab mein eigenes ohne Ingwer bekommen. Ja, das finde ich erwähnenswert. 🙂

Als Erstes durften wir Brot probieren, dass keinerlei Mehl, Hefe, Milch oder Ei beinhaltet. Es wurde lediglich aus Sprossen, Nüssen und Getreide hergestellt. Der eine Dip wurde aus Roter Bete und Wasabi angerührt, der andere aus fermentierter Gelbpaprika und Mandel.

Der zweite Gang bestand aus Kimchi auf einem Cracker mit Sesam und Schwarzkümmel und einer hausgemachten Creme.

Der letzte Gang bestand aus Kartoffelscheiben, die mit Käse überbacken und mit einem Zwiebel-Möhren-Chutney abgerundet wurden.
Bei all den Gerichten sah man in keinster Weise, wie krumm und hässlich die Zutaten vorher waren, dafür waren sie alle ganz lecker.

Damit war die Tour offiziell beendet. Wir sind dann zurück zum Hotel, haben dort erst mal unser Zimmer bezogen und uns dann noch mal auf den Weg gemacht. Erst ging es noch mit einem kleinen Schlenker zum Brandenburger Tor, da es eh auf dem Weg zur Mall of Berlin liegt und im Dunklen immer so schick beleuchtet ist.

Fürs Abendessen hatten wir einen Besuch im Wonder Waffel geplant. Leider war der WW in der Mall of Berlin sehr klein und hatte keine eigenen Sitzplätze. Die Plätze in den Gängen waren uns dann auch zu ungemütlich, daher haben wir unsere Waffeln erst mal vertagt. Wir haben dann beschlossen zu Hans im Glück zu gehen, den hatten wir bei der Ankunft im Bahnhof zufällig gesehen. Auf dem Weg dorthin ging es dann noch am Denkmal für die ermordeten Juden vorbei.

Bei Hans im Glück gab es dann das Abendmenü mit Cocktail dazu, und während wir da saßen und auf unsere Burger fixiert waren, hat uns dann Jette angesprochen, die auch zufällig das Restaurant für ihr Abendessen gewählt hatte. Wir haben dann noch ne Weile gequatscht, bevor wir dann zurück ins Hotel sind, da war beide schon sehr gespürt haben, dass der Wecker um 3:45 Uhr geklingelt hatte.

Am nächsten Morgen waren wir noch mal beim Denkmal, um es im Hellen noch mal zu sehen, und zum Sowjetischen Ehrenmal. Dann ging es auch schon wieder mit der Bahn zurück.

Alles in Allem war es ein sehr interessanter und lehrreicher Ausflug und wir haben es nicht bereut, daran teilgenommen zu haben. Für alle noch ein kleiner Reminder, wie man Lebensmittel am besten zu Hause lagert, damit sie länger frisch bleiben.

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