Des Kuscheltiers neue Kleidung

Der kleine Kerl in der Mitte begleitet mich nun schon seit meiner Geburt. Damals habe ich ihn von einer meiner Tanten zur Geburt bekommen und seither liegt er jede Nacht bei mir und beschützt mich vor bösen Träumen. Er heißt Hündchen (ja, so kreativ war ich im Kindergartenalter schon) und damals hatte er ein rotes Gewand mit gelben Punkten. Als das durchgekuschelt war, wurde er grün angezogen. Das hielt auch ein paar Jahre, bis ich irgendwann vom Disneylandwochenende mit meinem Dad zurückkam und Hündchen in hellblau vorfand. Mittlerweile ist das Einzige was noch original ist das Futter.
Früher hat meine Mutter dafür gesorgt, dass er nicht völlig auseinanderfiel. Da sie leider nicht mehr da ist, um ihn neu einzukleiden, habe ich mich daran versucht. Es war langsam auch wirklich nötig. All die Nächte, in denen ich zu faul war mich abzuschminken zeichneten sich auf seiner Kleidung ab, der Kopf löste sich schon fast auf und der Hals war schon mehr als einmal notdürftig geflickt worden. Da ich meinen treusten Begleiter einfach nicht loslassen kann, musste ich etwas unternehmen.

 

 

Anders als die anderen “Aus alt mach neu” – Beiträge werdet ihr hier keine Anleitung finden, wie ihr ein ausrangiertes Kuscheltier wieder mit Leben füllen könnt. Zum einen, weil ich absolut keine Ahnung habe, wie man sowas richtig macht. Ich habe lediglich alle Nähte aufgetrennt, so gut es in Hündchens Zustand eben ging, ohne ihn völlig zu zerstören und die Einzelteile auf neuen Stoff übertragen. Nur die Ohren habe ich übernommen, weil sie noch völlig in Ordnung waren.
Zugegeben, ich hatte ziemliche Angst. Was, wenn ich es nicht schaffe und ich somit all meine Erinnerungen zerstöre? Es hat mich so schon einiges an Überwindung gekostet, dieses Projekt überhaupt in Angriff zu nehmen. Jedes Mal, wenn der Stoff beim Auftrennen riss, zuckte ich zusammen und wollte nicht weitermachen, aus Angst, ich würde es nur noch schlimmer machen. Doch dann erinnerte ich mich an die Gespräche mit meiner Mutter, die mir erzählt hatte wie sehr sie geflucht und gebibbert hatte, als sie Hündchen versorgt hatte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich mich also durchgebissen.

Ausschneiden, fluchen. Feststecken, fluchen. Nähen, fluchen. Ihr kennt die Abläufe ja. 😉 Beim Nähen selber habe ich dann festgestellt, dass mein kleiner Kerl leider doch mehr gelitten hat, als ich gedacht habe. Denn nachdem ich alle Teile wieder zusammengefügt hatte und ich ihn auf rechts drehte, um ihn wieder mit dem Originalfutter zu befüllen, waren seine Proportionen doch etwas anders. Sein Kopf ist nun etwas…nunja…gigantisch und deformiert und seine Arme etwas länger. Vielleicht hätte ich die alten Einzelteile nur als Richtlinie nehmen sollen und ein akurateres neues Schnittmuster erstellen sollen. Aber es ist jetzt so, wie es ist. Nichts desto trotz liebe ich ihn immernoch und auch jetzt liegt er jede Nacht bei mir.

Da heute wieder einmal Dienstag ist, kommt dieser Beitrag auch zum Creadienstag

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