Gastbeitrag: Traumfeen für Zuhause

Hallo an alle da draußen,

Ich bin Sarah und ich bin Mitglied im Engonien e.V. einem LARP Verein. Für die letzte Con auf der ich Orga war habe ich mich an ein besonderes Projekt gewagt, das ich hier heute vorstellen darf. freu freu Für die Abenteuer Con Schwarzer Mond wurden von uns Feen als Plotgegenstand eingeplant. Im folgenden werde ich jetzt erklären wie ich diese gebastelt habe.
Viel Spaß

Material:

Gliederpuppen (z.B. die Puppen aus der Monster High oder Ever After High Serie)
Draht (ab ca. 3 mm Dicke) Blumendraht
Zangen zum bearbeiten von Draht und eine die Spitz zuläuft
Latexmilch
acetonhaltigen Nagellack
Stoff
Plastikblumen
Glitzer, und oder Glitzernagellack
Lidschatten in verschiedenen Tönen
Pinsel, Schere, Nadel und Faden
Pastellkreide
Farbe (ich habe Sprühlacke verwendet auf Grund der Zeit es gehen aber auch andere Farben)
Heißkleber (viel davon im Zweifelsfall)
Silikon
Modelliermasse
Perlen
Zeit
Geduld

Als Inspiration für dieses Projekt dienten unter anderem die blauen Wichtel aus Harry Potter und die Kammer des Schreckens. Das ganze Projekt lässt sich irgendwie in die Doll customising Spate einordnen. Wer mehr darüber erfahren möchte kann gerne auf Youtube danach suchen. Dort gibt es einen große Fanbase.

Schritt 1 – Die Puppe

Für mein Bastelprojekt habe ich vier Puppen aus der Ever After High Reihe benutzt. Namentlich waren es die Modelle von Ashlynn Ella (zweimal), einmal Meershell und einmal Maddy Hatter. Puppen als Ausgangspunkt für bewegliche Modelle zu nehmen ist kostengünstig und gerade die Puppen aus Ever After High oder Monster High haben beweglichen Gelenke an Kopf, Armen, Ellbogen, Händen und Knien wodurch man sie in viele natürliche Posen bringen kann. Hier seht ihr meine Ausgangspuppen. Dann wollen wir mal anfangen.

Zuerst habe ich alle Kleider, Schuhe, Schmuck und sonstige Anhängsel der Puppen entfernt. Dazu gehörte auch das öffnen der Frisuren. Da die Puppen keine Haare haben ist das der nächste Schritt. So Leid es einem auch tut, greift zur Schere und schneidet die Haare so nahe wie möglich an der Kopfhaut ab. Dabei gibt es keinen bestimmten Trick. Ich habe mich Strähnen weise von außen nach innen vorgearbeitet, aber ihr könnt es auch anders machen.

Als nächstes geht es ans Makeup oder auch das Gesicht. Dieses lässt sich sehr einfach mit acteonhaltigen Nagellackentferner und einen Q-tip herunter wischen. Pures Aceton geht auch. Achtet darauf, dass ihr beim herunter wischen die Farbe mit dem Q-tip nicht in den Kopf einmassiert. Nehmt lieber jedes mal ein sauberes Ende wenn ihr wieder an den Kopf geht.

Im nächsten Schritt wird der Kopf vom Körper getrennt. Dazu taucht man ihn bis zu den Schultern in kochendes Wasser. Die Hitze macht das Plastik weich und so lässt sich der Kopf mit etwas Ziehen vom Hals entfernen ohne das Nackenteil zu beschädigen. Außerdem macht das heiße Wasser auch den Kleber weich mit dem die Haar im Kopf verklebt sind.

Jetzt nehmt ihr euch die spitzeste Zange die ihr finden könnt und beginnt die Klebereste mit den Haarstoppeln aus der Kopfhaut zupuhlen. Am besten funktioniert es dabei wenn ihr mit der geschlossenen Zange an der Innenseite des Kopfes entlang schabt und die dadurch entstehenden Klumpen herausfischt. Trotzdem ist es eine sehr nervige Arbeit und kann manchmal auch etwas länger dauern. Wenn Teile im Kopf stecken bleiben, was sich durch schütteln heraus finden lässt, ist das nicht schlimm. Wenn ihr sie mit der Zange nicht gegriffen bekommt empfehle ich eine Pinzette. Wenn ihr in diesem Prozess mit dem Kopf oder dem Halsansatz etwas gröber umspringt macht das nichts, der hält das aus.
Die Farbe auf der Haarfläche lässt sich ebenso wie das Make Up mit dem Nagellackentferner entfernen.

Als letztes werden die Ohren mit einem Cuttermesser abgeschnitten. Meine Traumfeen sollten große Ohren bekommen.

Schritt 2 – Die Ohren

Die Traumfeen sollten große Ohren ähnlich wie die von Fledermäusen bekommen. Hier gibt es zwei Herangehensweisen. Zunächst werden aber in beiden Fällen mit Modelliermasse die Ohren am Kopf modelliert. Dafür kann zuerst ein Grundgerüst aus Draht in den Kopf gesteckt werden und die Modelliermasse daran befestigt werden. In meinem Fall habe ich direkt am Kopf angesetzt und die Ohren ohne Draht aufgearbeitet. Lasst euch so viel zeit wie ihr wollt. Wenn ihr zufrieden seit lasst die Modelliermasse trocknen bis sie hart ist.

Wenn eure Puppe nur zur Anschauung ist könnt ihr die trockenen Ohren jetzt in der entsprechenden Farbe anmalen und am Kopf lassen. Für diese Variante empfiehlt sich die Ohren schon auf ein Drahtgestell modelliert zu haben.

Ich wollte in meinem Fall ein natürlicheres Aussehen. Also habe ich nachdem die Modelliermasse getrocknet war sie vom Kopf entfernt. Als nächstes habe ich sie mit mehreren Schichten Latex überzogen. Die Latexmlich habe ich mit dem Ende eines Pinsels aufgetragen. Ich habe vier bis sechs Schichten verwendet und dazwischen immer wieder das Latex gepudert. Nach dem endgültigen trocknen ließen sich die Ohrhüllen einfach abziehen. Mit einem Pinsel wieder auf die richtige Seite stülpen, fertig.

Um den Ohren jetzt eine feste Struktur zu geben und sie am Kopf zu befestigen habe ich mit Draht zurecht geschnitten und geschaut bei welcher Länge ich sie am Kopf feststecken kann. Dabei habe ich die bereits vorhandenen Löcher in der Kopfhaut genutzt und jeweils noch eines in die Stelle gestochen wo früher die Ohren waren. Um die Ohren biegsam zu erhalten habe ich sie mit Silikon aus gespritzt. Rückblickend empfiehlt es sich entweder zuerst das Drahtgestell im Ohr mit ein bisschen Silikon zu befestigen und das Ohr erst nachdem diese Konstruktion getrocknet ist voll aus zu spritzen und direkt am Kopf zu befestigen. So erreicht man, dass das Silikon direkt als Kleber zwischen Kopf und Ohren fungiert. Auf meinem Bildern habe ich die Ohren direkt aus gespritzt und trocknen lassen. Dadurch ergab sich aber das Problem das das Silikon eine unregelmäßige Oberfläche bildete und die Ohren sich deshalb nicht mehr Problemlos am Kopf befestigen ließen. Dies habe ich mit viel Heißkleber repariert. Achtet auch darauf das die Drähte nicht zu lang sind, da sie sonst im Kopf Probleme machen wenn ihr ihn wieder auf das Halsteil stecken wollt.
Da die Löcher im Kopf störend waren habe ich, nachdem die Ohren angebracht waren die Kopfhaut noch mit ein bis zwei Schichten Latex überzogen.

Schritt 3 – Die Flügel

Was wären Feen ohne ihre Flügel. In meinem Fall hatte ich an ein viergliedriges Konzept gedacht, ähnlich wie Libellen Flügel. Zuerst habe ich mir die Form meiner Flügel auf Papier aufgezeichnet. Dann habe ich dickeren Draht genommen und ihn mit Hilfe von Zangen zurecht gebogen. Die Enden habe ich mit einem Klecks Heißkleber fixiert. Fertig war das Grundgerüst. In einer Schüssel habe ich Latexmilch und Glitzer miteinander vermischt. Die Drahtgestelle habe ich auf einem dünnen, durchscheinenden weißen Stoff abgelegt der auf Klarsichtfolie lag. Danach habe ich die Formen vorsichtig mit Latex ausgegossen. Danach habe ich mit dem Ende eines Pinsels die Luftblasen in dem Latex aufgestochen und den Latex auch über den Draht gezogen damit er ihn ummantelt. Das ganze habe ich über Nacht trocknen lassen. Nachdem der Latex vollständig getrocknet war habe ich die Flügel aus dem Stoff, nahe am Draht ausgeschnitten. Solltet ihr Luftbläschen übersehen haben ist das nicht schlimm. Füllt sie einfach mit ein bisschen Latexmilch auf.
Meine Flügel sollten bläulich schimmern weshalb ich den Latex mit verschiedenen blauen Lidschatten gepudert habe. Dabei habe ich an den äußeren Rändern dunkleren benutzt und in der Mitte hellblauen. Damit der Puder sich nicht abreibt habe ich alle Flügel mit einer Schicht Glitzernagellack versiegelt. Dieser Schritt ist nicht notwendig, schützt die Flügel und den Puder aber vor Wasser.

WICHTIG! Da Latex und auch der übermäßige Gebrauch von Nagellack starke Dämpfe verursacht sollte man diese Prozeduren und auch das Trocknen nicht in einem geschlossenen Raum machen. Ich habe gerade nach dem versiegeln mit Nagellack meine Flügel zwei Tage lang im Flur entlüftet.


Um die Flügel an der Puppe zu befestigen habe ich mit einem Bohrer Löcher in passender Größe in den Puppenrücken gebohrt. Der Draht wurde auf eine passende Größe zurück geschnitten und die Flügel mit Heißkleber befestigt. Durch das Latex und den Heißkleber lassen sich die Flügel bis zu einem gewissen Grad verstellen. Wenn ihr aber eine bestimmte Position wollt empfehle ich euch sie direkt in dieser Position festzukleben, da sie wirklich nur begrenzt nachjustiert werden können.

Schritt 4 – Farbe

Meine Feen sollten Blau werden. Da es mir an Zeit mangelte habe ich sie kurzerhand mit Sprühfarbe lackiert. Es empfiehlt sich die Köpfe vor diesem Prozess wieder auf die Puppen zu setzen!

Sprühlack hat den Nachteil, dass er zum einen nicht so gut auf Plastik hält und zweitens leicht abblättert. Dem ersten Problem kann mit einem Fixierspray für Plastik nachgeholfen werden oder ihr bearbeitet eure Puppe vor dem besprühen mit einem Schleifpapier um die Haut anzurauen.

Wenn ihr mehr Zeit habt würde ich euch allerdings empfehlen die Puppen mit mehreren Schichten Kreide und einem Fixierspray namens Mr. Superclear zu färben. Dazu besprüht ihr eure Puppe, wartet eine Halbe Stunde bis die zwei bis drei Lagen trocken sind und pudert sie anschließend mit farbiger Malkreide. Wenn die Schicht kein Puder mehr aufnimmt versiegelt ihr sie wieder mit ein bis zwei Lagen Mr. Superclear und wiederholt den Prozess. So könnt ihr mit der Zeit (zwischen 7 bis 10 Lagen Farbe) eine natürliche Grundierung aufbauen die auch an den Gelenken nicht ab geht. Allerdings frisst dieser Prozess Unmengen von Zeit.
Alternativ könnt ihr eure Puppen auch mit Acrylfarbe bemalen, aber auch da ergibt sich das Problem mit dem Abblättern. Auch können Pinselspuren auf der Puppe zurück bleiben.

Während des Sprühvorgangs habe ich die Flügel zum Schutz mit Plastiktüten umwickelt, die die Heißklebestellen am Rücken frei lassen.
    

Schritt fünf – Puppenkleider

Die Feen sollten eine eigene Kultur und Gesellschaft haben. Und wie zeigt man so etwas? Durch Kleidung und Schmuck. Den Schmuck habe ich aus Perlen und Blumendraht gebastelt. Die Kleider habe ich unterschiedlich entworfen um jeder Fee einen eigenen Charakter zu geben. Anschließend habe ich sie mit Plastikblütenblättern und Perlen verziert.
Hier ein paar Beispiele:

Schritt sechs – Gesichter

Die Traumfeen in unserem Plot sollten an einer Verseuchung gestorben sein. Diese habe ich durch schwarze Schatten rund um Augen und Brust dargestellt. Zuerst habe ich die entsprechenden Stellen mit einem Pinsel und schwarzer Kreide schattiert. Danach habe ich mit schwarzer und blauer Kreide Linien auf den Brustkorb gemalt und sie mit einem Pinsel ausgeblendet. Zum Schluss habe ich mit einem Pinsel und Acrylfarbe weitere Adern und die Augen aufgemalt. Um den Augen eine leichte Erhebung zu heben habe ich einen dicken Klecks Acrylfarbe trocknen lassen. Schön gruselig ^^

Schritt sieben – Das Nest

Für das Feennest wurde ein Ballon mit mehreren Schichten Pappmaschee beklebt und getrocknet. Danach wurde ein großes Loch für den Eingang hinein geschnitten. Ich hatte einen Stängel von einer Plastikseerose übrig und dieser wurde zu einem Haken um das Nest in einen Baum hängen zu können. Anschließend wurde das Nest grün grundiert und anschließend mit dunkleren Grün und Brauntönen besprenkelt. Dieses wurde dann mit Federn, Plastikblumen und Feenstaubbeutel befüllt und mit einer Membran verschlossen. Die Membran wurde wie die Flügel aus zwei bis drei Schichten glitzernder Latexmilch gebaut und mit Lidschatten gepudert. Plastikranken rundeten das ganze ab.

Das war mein Bastelprojekt

Ich bedanke mich das ich einen Beitrag schreiben durfte und hoffe ihr hattet Spaß beim lesen. Abschließend habe ich noch ein paar Bilder von der Con angehängt.
Viel Freude an all euren Projekten!

Damit möglichst viele diese tolle Bastelarbeit sehen, wandert sie noch zum Creadienstag.

One thought on “Gastbeitrag: Traumfeen für Zuhause”

  1. Wow!
    Die ersten Bilder sahen schon was creepy aus (gerade mit den abgetreten Köpfen), aber das Endergebniss ist episch geworden!
    Gerade die ganze Details, von den Haarstoppeln, über Gesichter bis zur Kleidung. Verdammt beeindruckend.
    Wie lange hast du ca. für eine Fee insgesamt gebraucht?
    Wie bist du auf die Idee gekommen, deine Feen so “herzustellen”?

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